Virtual Reality: Virtuell im Raum bewegen

zeiss_vr1Ich stehe am Messestand der Firma Zeiss und lasse mir eine Art Taucherbrille aufsetzen. Was ich dann sehe ist wirklich interessant. Zunächst sehe ich mich auf dem Fahrersitz eines Audi, mein Blick fällt auf das Armaturenbrett und durch die Windschutzscheibe. Als ich meinen Kopf nach rechts drehe, bewegt sich das Bild nach rechts und ich sehe die Mittelkonsole und den Beifahrersitz. Bewege ich den Kopf nach oben oder unten oder ganz egal in welche Richtung, so wandert das Bild ebenfalls mit. Ich sitze also virtuell am Steuer eines Audi und kann mir das gesamte Fahrzeug anschauen. Die Technik hierzu ist nicht neu, aber heute ausgereifter als noch vor ein paar Jahren. Die Übergänge der einzelnen zusammengesetzten Bilder sind jetzt flüssiger, die Auflösung höher und das Bild schärfer. Vor allem aber sind die Virtual Reality Brillen heute bezahlbarer geworden. Als Bewegungssensor dient das Smartphone, welches erkennt in welche Richtung man sich gerade bewegt. Die Brille selbst kommt vollständig ohne Stromversorgung aus. Viele Hersteller bieten jetzt nicht nur die speziellen VR-Brillen, sondern auch die passenden Kameras, um die Filmclips zu produzieren. Auf youtube.com gibt es bereits eine Menge Filmchen zum Anschauen. Die Qualität lässt aber oft noch zu wünschen übrig. Für die VR-One Plus von Zeiss gibt es diverse Apps mit fertigen Clips in verschiedenen Genres. Besonders für Computerspiele dürfte die 360 Grad Technologie viele neue Möglichkeiten bieten, wie zum Beispiel im Spiel virtuell um die Ecken zu schauen. Man wählt einfach auf dem Smartphone das gewünschte Video über die App aus und startet den Film.

zeiss_vr2 zeiss_vr3Das Handy wird in eine Kassette gesteckt und dann mit diesem Adapter in die Brille hinein geschoben. Das Display dient als Bildschirm. Nur noch die Brille aufsetzen und schon kann das Abenteuer virtuell beginnen. Die VR-One Plus von Zeiss kostet rund 129 Euro. Vielleicht werden wir ja in Zukunft nicht mehr mit einer VR-Brille virtuell spazieren gehen, sondern womöglich wie 1995 im Sciencefiction Thriller „Strange Days“ eine Art Haarnetz mit Sensoren tragen, welches nicht nur Bilder, sondern auch die entsprechenden Gefühle dazu liefert.

Aber schauen wir uns doch mal den Kameras an, die überhaupt die 360 Grad-Fotografie möglich machen. Recht bekannt dürfte die „Panono Camera“ sein. Die Kamera besteht eigentlich genau genommen aus 36 Einzelkameras, die kugelförmig angeordnet sind und einen Ball mit 11 cm Durchmesser ergeben. Jede einzelne Kamera kann über eine Smartphone App auch direkt angesteuert werden. Für das 360 Grad Panorama lösen alle Kameras gleichzeitig aus und liefern so eine Gesamtauflösung von satten 108 Megapixeln. Die Panono ist zur Zeit die hochauflösendste Kamera am Markt und wirklich einfach zu bedienen. Die Kugel kann in die Luft geworfen werden und löst dann selbstständig am höchsten Punkt aus. Alternativ kann sie mit einem Einbeinstativ verschraubt werden. Alle 36 Einzelbilder werden dann auf das Smartphone geladen. Zum Zusammensetzen der Fotos und zum Erstellen des 360 Grad Clips muss man allerdings die gesamten Daten über eine Cloud auf einen Server laden. Und das ist auch das einzige Minus von Panono: es wird keine Software dazu geliefert. Alles muss in der Cloud hochgeladen werden und wird dort gestitcht – also zusammengesetzt. Anschließend wird die Datei wieder herunter geladen und steht für sämtliche VR Anwendungen bereit. Preis: 1499 Euro .

panono1360_grad3Deutlich günstiger, mit um die 700 Euro bietet die Firma „VUZE“ ihre 360 Grad Kamera inklusive Zubehör an. Der Kaufpreis beinhaltet die Kamera, die VR-Brille, ein Stativ und die nötige Software zum Bearbeiten der Fotos bzw. Videoclips. Die Kamera sieht ein wenig wie ein kleines Ufo aus und besitzt nur 8 Ultraweitwinkellinsen, mit denen die Fotos aufgenommen werden. Über eine App lässt sich die Kamera bedienen. Die Bilddaten werden auf einer SD Karte gespeichert und können mit der mitgelieferten Software zusammen gesetzt und bearbeitet werden.

Ich sehe die 360 Grad Technologie als zukunftsweisend an und denke hier ist noch eine Menge möglich. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung und dürfen uns sicher noch auf die ein oder andere Überraschung freuen.

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