Sarah Connor

Über einen gemeinsamen Freund lernte ich die Delmenhorsterin Sarah Lewe kennen. Sarah nannte sich zunächst Sarah Grey und war als Sängerin eher unbekannt. Erst als sie unter dem Künstlernamen Sarah Connor mit dem Rapper TQ die Single „Let´s get back to bed boy“ veröffentlichte kam der Erfolg. Ich verabredete mit ihrem damaligen Manger Carlo Vista ein Interview und machte ein paar Fotos. Mein Gefühl sagte mir, dass ihr eine große Karriere bevorstand. Durch Carlo bekam ich immer wieder gute Geschichten mit Sarah zugespielt, die ganz in ihrem Interesse waren. Schließlich brauchte sie Publicity, um berühmt zu werden. Ihr war jedes Mittel recht und die Medien sprangen darauf an.

 

 

Als die Gerüchte um Sarah Connor und eine Affäre mit dem Boygroup-Star Marc Terenzi die Runde machten, hängte ich mich an ihre Fersen. Bislang gab es keine Fotos von beiden zusammen. Auf dem Weihnachtsball am 23.12.2002 im Park Hotel Bremen witterte ich meine Chance. Ich brauchte ein verdammtes Kussfoto. Sarah und Marc waren von Bodyguards umzingelt auf der Tanzfläche. Hier wäre es unmöglich die beiden knutschend abzuschießen. Ich schlich mich auf die Empore über der Tanzfläche und konnte sie von oben beobachten. Dann kamen sie sich tatsächlich nahe, ein Kuss… ein Foto.. noch eins und noch eins.. Ich hatte meine Bilder. Da halfen auch die Bodyguards nichts, die das Paar hermetisch abschirmten. Die „Gefahr“ direkt über ihren Köpfen hatten sie nicht bedacht.

 

 

Das Kussfoto verkaufte sich gut und bald wurde Sarah schwanger. Eine Woche lang observierte ich das Haus der Sängerin. Bis endlich eines Morgens Sarah und Marc mit dem Baby auf dem Arm heraus kamen. Ich stieg aus dem Auto und machte meine Bilder. Beide lachten in die Kamera. Ein glückliches Paar und ein Foto so teuer wie ein ganzes Monatshonorar bei BILD. Sarah hatte die ersten Babyfotos vorab exklusiv an ein Magazin verkauft. Leider waren diese Fotos nicht mehr exklusiv als sie beim Shooting erschien.  

 

 

Mit Paparazzifotos ließ sich gutes Geld verdienen. Von jetzt an wurden die Termine für BILD weniger und ich konzentrierte mich mehr und mehr auf das Promibusiness. Meine „gute Freundin“ Sarah Connor wurde über die Jahre zu meinem persönlichen Sparbuch. Allerdings hatte sie sich verändert. Unser anfänglich gutes Verhältnis war mit ihrem Erfolg jetzt Geschichte. Sie hatte vergessen, wem sie einen Teil ihres Erfolges zu verdanken hatte. Von nun an waren Fotografen ihr lästig und sie begann gegen die Veröffentlichung von Bildern gerichtlich vor zu gehen. Sie scheiterte als das Gericht entschied, dass sie selbst mit ihrer Pro 7 Sendung „Sarah and Marc in love“ ihre persönlichsten Momente ins Fernsehen trug. Wer sich so in der Öffentlichkeit präsentiert und die Medien nutzt, muss auch damit leben, dass ungewollte private Fotos an die Öffentlichkeit gelangen. Eine Medaille hat eben immer zwei Seiten. Auf der einen Seite stehen Ruhm und Reichtum. Auf der anderen das Interesse der Öffentlichkeit auch an ihrem Privatleben.


Als sie sich über einige Wochen mehrfach mit Werder Bremen Spieler Diego trifft beobachte ich die zwei. Ich fotografiere sie beim Essen und nach einer gemeinsamen Nacht im Park Hotel. Die Affäre zwischen beiden war nicht mehr zu verheimlichen. Im Juli 2009 flog sie nach Ibiza, um sich dort mit dem Fußballprofi zu treffen. Ich wusste bereits zwei Tage zuvor von ihrem gemeinsamen Treffen erwartete sie. Auf einer gecharterten Jacht vergnügten sich Sarah und Diego. Sie fühlten sich völlig unbeobachtet. Nebenbei bemerkt: die ganze Bucht lag voller Boote. Ich mietete ebenfalls eines mit Skipper und folgte ihnen. An Bord hatte ich zwei hübsche Bikinimädchen eingeladen, die ich nachts zuvor in einer Disco kennen gelernt hatte. Sie waren die perfekte Tarnung für mein Vorhaben. Während sie sich auf dem Boot sonnten, konnte ich zwischen sie hindurch mit dem 600er Teleobjektiv meine Bilder machen. Wegen dem Schaukeln des Bootes, der weiten Entfernung und dem ständigen Blick durch das Objektiv, wurde mir so schlecht das ich zwischendurch mehrmals über die Reling kotzen musste. Ich hatte nicht mal Lust auf den gekühlten Moët, den beide Mädels genüsslich herunterspülten. Die Fotos waren mir ohnehin wichtiger. Für Diego allerdings würden die Bilder eine kleine Katastrophe bedeuten. Noch ahnte er nicht, was für eine Problemlawine im Anrollen war. Während er sich mit Sarah auf der Jacht vergnügte, war seine Freundin in Brasilien. In wenigen Tagen würde sie die ganze Wahrheit in der Zeitung lesen. Die Exklusiv Fotos fanden reißenden Absatz.

 

 

Die Zeitschrift „IN“ druckte die Fotos doppelseitig. Allerdings hatte die BILD Zeitung ebenfalls Fotos auf ihrer letzten Seite, die nicht von mir stammten. Die Qualität war zwar miserabel und man erkannte, dass es schlechte Videoprints waren, aber glücklich war ich darüber nicht. Über meine Kontakte bei BILD hatte ich schnell raus wer die Videoprints angeboten hatte und es stellte sich heraus das der Urheber, ein gewisser Goran Dimitric, ebenfalls wie ich aus Bremen kam. Ich traf mich wenig später mit ihm und wir fanden diverse Gemeinsamkeiten. Fortan arbeitete ich mit Goran im Team zusammen, da die Nachfrage nach Bewegtbildern immer mehr Bedeutung bekam. Ich war für die Fotos zuständig. Er machte die Videos. Zusammen konnten wir das Komplettpaket anbieten und dadurch den Preis bestimmen.


Sarahs Ehe mit Marc Terenzi war längst gescheitert und am 12. Februar 2010 hatten beide ihren Scheidungstermin am Amtsgericht in Wildeshausen. Die Presse wusste natürlich Bescheid, aber die versammelten Fotografen waren allesamt Pressefotografen ohne „Paparazzi-Erfahrung“. So warteten sie alle brav vor dem Saal 1 auf die Ankunft von Sarah Connor. Goran und mir war klar, dass Sarah niemals den Saaleingang benutzen würde. Dafür kannten wir sie mittlerweile zu gut. Wir schafften uns einen Überblick über die Gebäudestruktur und die möglichen Türen und Wege, die ins Gebäude führten. Es kam nur ein Seiteneingang in Frage. Und tatsächlich kurz vor 11 Uhr fuhr der silberne Mercedes ihrer Anwältin vor. Sarah ging in Begleitung ihrer Anwälte exakt den Weg, den wir ausgekundschaftet hatten. Ein Justizangestellter öffnete die Seitentür und Sarah verschwand im Gebäude. Wir hatten die Exklusivfotos. Die anderen Presseleute warteten noch immer vor dem Saal.

 

 

Sarah war jetzt offiziell geschieden. Schon sehr lange hatten wir die Vermutung, dass zwischen Sarah und ihrem Manager Florian Fischer mehr war als eine geschäftliche Beziehung. Wir beschlossen die beiden einige Zeit zu observieren. Wir sollten recht behalten. Am 14. März ging ich mit meiner Freundin auf die Deka Dance Party in Bremen und wie gerufen tauchen unerwartet Sarah Connor und ihr Manager auf. Sofort rufe ich Goran an und überlasse meiner Freundin die weitere Observation auf der Party. Ich suche der weilen nach dem Auto von Sarah, um den möglichen Rückweg zu bestimmen. In einer Seitenstraße am Landgericht finde ich ihren BMW X5, er steht günstig unter einer Laterne. Das Licht müsste für Fotos ohne Blitz ausreichen. Sie sollen auf keinen Fall merken, dass wir an ihnen dran sind. Wenig später trifft Goran ein und wir legen unsere Abschusspositionen fest. Die Nacht gibt uns auf der einen Seite gute Deckung, aber bringt auch unsere Kameras an ihre Grenzen. Um das Licht und die Bewegung unserer Zielpersonen besser abschätzen zu können, geht Goran den Weg einmal ab während ich ihn dabei fotografiere. Ich stellte meine Kamera ein: manueller Fokus, Blende 2.8 bei 6400 ISO und eine 1/60 Belichtung. „Das wird eng“, dachte ich. Kürzer kann ich nicht belichten und ein noch höherer ISO Wert lässt die Kamera zu sehr rauschen. Schließlich sollte man die beiden auch deutlich erkennen. Ich musste es versuchen. Über die Jahre hatte ich Sarah mittlerweile so gut studiert, dass ich sie im Dunkeln allein an ihrem Schritt erkennen würde. Ich wusste welchen Weg sie gehen wird und konnte genau voraussagen wann sie die Straßenseite wechseln würde.


Mein Handy klingelte und meine Freundin gab mir Bescheid, dass beide gerade die Party verlassen. Goran und ich waren auf Position. Wie vorausgesagt, liefen beide genau den Weg den wir berechnet hatten. Sie liefen uns direkt in die Fotofalle…

 

 

Die Fotos waren der eindeutige Beweis und wir verkauften sowohl Video als auch Fotomaterial exklusiv. Einige Magazine wollten die Geschichte noch etwas größer machen und beauftragten uns die beiden nochmals zu observieren. Wir mussten nicht lange warten. Am 01.04.2010 gingen sie in Bremen an der Gastromeile Schlachte zusammen essen. Als Sarah mein Blitzlicht sieht, versucht sie noch sich zu verstecken – zu spät. Drei Wochen später am 23. April 2010 fuhr sie mit ihrem Manager morgens zum Frühstücken nach Wildeshausen. Das sonnige Wetter kam uns gelegen, denn beide setzten sich draußen an der Straße an einen Tisch. Vom Haus gegenüber, einem griechischem Restaurant, hatte man einen sehr guten Blick. Wir gaben dem Kellner ein erhöhtes Trinkgeld und setzten uns ans Fenster im ersten Stock. Wie zwei verliebte Teenies fielen sie übereinander her, fütterten sich gegenseitig und alberten rum. Sarah und Florian in love.

 


Am 04.10.2010 machten beide ihre Beziehung offiziell. Das Versteckspiel hatte ein Ende. Leider war damit auch das Interesse der Klatschzeitungen beendet, denn es gab nichts weiter zu berichten. Allerdings hätte es etwas zu berichteten gegeben… Goran und ich entschieden uns aber aufgrund der Konsequenzen für Sarah und ihre Familie etwas Entscheidendes nicht zu tun.
Der 18.08.2012 hätte für Sarah katastrophal geendet. Sie war mit ihrem Freund und Manager sowie ihrem Bruder, dessen Freundin und weiteren Freunden im Restaurant Grill Royal in Berlin. Die Stimmung war ausgelassen. Sarah war gut drauf und trank ein Glas Wein nach dem anderen. Auch Florian ließ sich seine Drinks gut schmecken. Zu später Stunde war Sarah offensichtlich stark angetrunken und wir waren überrascht als Sarah und Florian nicht wie von uns erwartet am Taxistand auf der Brücke ins Taxi stiegen. Sie überquerten die Straße… bogen in eine Seitenstraße ab… ich traute meinen Augen nicht: Sarah stieg in ihr Auto… Florian auf den Beifahrersitz. Wir beschlossen ihnen zu folgen. Sollten wir die Trunkenheitsfahrt besser der Polizei melden? Ich griff spontan mein Handy und überlegte, die Polizei über Amt anzurufen, entschied mich dann aber dagegen. Ihr Fahrverhalten war nicht auffällig, sodass keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer bestand. Ich legte mein Handy wieder beiseite. Sarah blieb eine Alkoholkontrolle und höchstwahrscheinlich der Führerscheinentzug erspart. Die Story hätten wir gut verkaufen können. Für Sarah wäre es ein Skandal geworden. 

 

 

 

 

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