Nikon, Canon und die Konkurrenz von Sony


DSC_0187Zunächst mal zu den Neuheiten von Nikon und Canon. Beide Hersteller haben ihre Neuvorstellungen, die Nikon D5 und die Canon 5D Mark IV stolz präsentiert. Beide Messestände waren sehr gut besucht und man musste etwas Wartezeit mitbringen, um an die Neuheiten heran zu kommen. Die Nikon D5 kommt mit 14 Fotos pro Sekunde und 200 RAW Aufnahmen in Serie mit rasanter Geschwindigkeit daher. Möglich macht die Kamera das über einen Trick. Das Motiv wird anfokussiert und die Kamera löst aus; der Spiegel bleibt hierbei oben und so belichtet sie alle 14 Aufnahmen. Zwischendurch findet also keine Scharfstellung mehr statt. Im Modus für 12 Bilder pro Sekunde klappt der Spiegel bei jedem Bild um. Der Autofokus ist mit 153 Fokusfeldern wirklich fix. Bis zu 6400 ISO ist auch kein übermäßiges Bildrauschen zu erkennen, sodass man getrost bis zu dieser Empfindlichkeit ohne Einschränkungen fotografieren kann. Die Sensor-Empfindlichkeit von bis zu 3.000.000 ISO (!!!) ist phänomenal. Allerdings sollte man sich nichts vormachen; eine solche ISO – Empfindlichkeit lässt das eigentliche Foto im Bildrauschen verschwinden. Der Preis mit rund 7000 Euro richtet sich vor allem an den Profianwender und den ein oder anderen gut betuchten Hobbyfotografen. Die D5 bringt ein integriertes WLAN mit, allerdings verzichtete man auf ein GPS Modul welches ich für sinnvoll gehalten hätte. Wem das moderne Design der heutigen Kameras nicht gefällt, kann mit der Nikon Df einen Zeitsprung in die Vergangenheit machen. Digitale Technik in einem Gehäuse von damals – pure Fotografie. So ungefähr lässt sich die Nikon Df beschreiben. Der 16 Megapixel Sensor stammt aus der D4 und sonst arbeitet sie mit der aktuellsten Nikon Elektronik. Nur auf die Videofunktion muss verzichtet werden. Sie würde auch zu dieser funktionellen Retrokamera nicht passen. Die Einstellräder sind massiv und das Gehäuse (stammt von einer Nikon F3) ist gut verarbeitet- eben ganz wie man es von früher her kannte. Die Rückseite der Kamera erinnert dann nicht mehr an die gute alte F3, sondern ist eine Kopie der aktuellen Nikon D800. Irgendwo muss die Digitaltechnik ja bedienbar sein. Ich will gar nicht tiefer in die Materie einsteigen, aber mit der Df hat Nikon ein schönes Spielzeug für Nostalgiker geschaffen und sicher eine bestimmte Zielgruppe glücklich gemacht. Mir persönlich gefällt sie, allerdings ist der Preis von rund 2500 Euro zu hoch gegriffen.


canon1Viel Trubel auch am Stand von Canon. Die semiprofessionelle Canon 5D Mark IV lag zum Testen bereit. Canon setzt hier mit 30 Megapixeln schon eine Messlatte höher an. Der Preis von ca. 3400 bis 4000 Euro liegt im gesunden Mittelfeld der aktuellen DSLRs. Integriertes WLAN und GPS bringt die 5D Mark IV ebenfalls mit. Der erste Blick verrät zunächst keine äußerliche Veränderung zum Vorgängermodell. Beide sehen identisch aus. Lediglich die Anschlüsse für das Blitzsynchronkabel und des Fernauslösers wurden getauscht. Ein weiterer Taster auf der Rückseite für die AF Feldgröße wurde hinzugefügt. Das war´s auch schon. Das Bildrauschen bei hohen ISO Zahlen beginnt bei rund 6400 ISO und nimmt dann stark zu. Anstelle einer Augenerkennung wie zum Beispiel bei der Sony Alpha 99II hat Canon hier etwas versagt und mit der sogenannten DUAL Pixel RAW Technik nicht wirklich geholfen. Zwar lässt sich hiermit die Schärfe nachträglich mit einer mitgelieferten Software bearbeiten, aber eine Augenerkennung wäre sinnvoller gewesen. Die 7 Bilder pro Sekunde sind im Gegensatz zur Sony-Konkurrenz eher lächerlich. Sony liefert bei deutlich höherer Auflösung von 42 Megapixeln satte 12 Fotos pro Sekunde. Leider hat mich persönlich die Kamera nicht wirklich überzeugt und ich muss zugeben, ich war etwas enttäuscht. Als Canon-Fotograf habe ich jede Neuheit mitgemacht und immer das aktuellste Model gehabt, dieses Mal wird es nicht so sein. Ich denke ernsthaft über einen Systemwechsel nach.

 

sony3Mein klarer Favorit ist Sony. Mit der Alphaserie hat Sony den Markt ohnehin aufgemischt. Das aktuelle Flagschiff, die Aplha 99II stellt allerdings die Premiummarken Nikon und Canon in den Schatten. Die enorme Auflösung von 42 Megapixeln ist alleine schon ein Merkmal, aber das die Kamera bis zu 12 Bilder in Serie bei voller Auflösung ohne Probleme wegsteckt, ist schon enorm. Die hohe Auflösung kann sonst nur noch die Mittelformatklasse von Hasselblad und Co. toppen. Selbst während der Pufferung der Daten, sind die Fotos bereits auf dem Display vollständig zu sehen. Von der Lichtempfindlichkeit (50 – 102.400 ISO) ganz zu schweigen. Der Autofokus reagiert selbst bei sehr wenig Licht. Mit seinen 399 (!!!) Fokusfeldern von denen 323 mit dem Minijoystick direkt ansteuern lassen, entgeht dem Nutzer in Sachen Scharfstellung nichts mehr. Sony hat hier gleich zwei Autofokus-Systeme verbaut. Selbst bei Videoaufnahmen lässt sich der Autofokus bedienen. Der Spiegel ist fest eingebaut und klappt bei der Aufnahme nicht hoch. Dies hat den Vorteil weil es keine Erschütterungen mehr gibt, ein kleiner Nachteil ist, dass so etwas weniger Licht auf den Bildsensor trifft. Besonders hilfreich auch die Gesichts – und vor allem die Augenerkennug der Kamera. Auf Wunsch fokussiert sie automatisch auf die Augen des Motivs. Der Body ist selbstverständlich Spritzwasser und vor Staub geschützt. Was den Videomodus betrifft, bereitet Sony hier dem Videographen echte Freude. Die Kamera speichert Videos auch im Profi XAVC-S-Format oder mit einer S-Log3-Belichtungskurve. Hiermit kann nahezu verlustfrei am Videomaterial bearbeitet werden. Ich will gar nicht weiter ins Detail gehen, aber noch die Objektive erwähnen. Sony arbeitet hier sowohl mit Carl Zeiss Optiken als auch mit einer hochvergüteten Eigenmarke G-Master. Selbst Fremdmarken wie Canon oder Nikon lassen sich über einen Adapter mit voller Funktion an das Gehäuse andocken. Dies sollte man allerdings nur bei der Sony Alpha 7RII tun, da das Auflagemaß der Alpha 99II recht gering ist. Ob Canon Optiken über den Adapter hier angeschlossen werden können, konnte ich nicht ausprobieren. Insgesamt liegt die Sony Alpha gut in der Hand, lässt sich intuitiv leicht bedienen und alle Bedienelemente lassen sich auch selbst konfigurieren.
Auch die kleineren Modelle der Alphaserie sollten noch erwähnt werden. Mit der Alpha 7S II hat Sony die wohl lichtstärkste Kamera der Welt geschaffen. Die Sensorempfindlichkeit lässt sich von 50 bis auf 409.600 ISO hochdrehen. Somit sind nächtliche Freihandaufnahmen kein Problem mehr. Auch bei sehr hohen ISO Zahlen ist das Rauschverhalten wirklich bemerkenswert gering. Wirklich sichtbar wird dies erst ab ca. 12.000 ISO. Auf der Photokina bot Sony auch gleich den Test vor Ort. In einer Dunkelkammer befand sich ein Hirsch, der nur sehr schwach beleuchtet war. Bei ISO 409.600 konnte ich einige Testaufnahmen schießen und war schlichtweg sprachlos. Die Bilder waren zwar etwas verrauscht aber sämtliche Details waren vollständig erhalten. Insbesondere Tierfotografen, die bei Dunkelheit arbeiten, dürften hier ihre Kamera gefunden haben. Ein weiteres Feature was Naturfotografe entgegen kommt ist das völlig geräuschlose Auslösen der Kamera. Die Belichtung erfolgt komplett elektronisch, somit ist kein Auslöseklicken mehr zu hören.

 

 

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