Kindermörder Marc Hoffmann

Die Kindermorde des Sexualstraftäters Marc Hoffmann bleiben mir bis heute in Erinnerung.

 

Als BILD Fotograf begleitete ich seiner Zeit die Suche nach den Kindern Levke Straßheim und Felix Wille. Eine Zeit zwischen Bangen, Hoffen und der Gewissheit das Levke und Felix einem Verbrechen zum Opfer gefallen waren. Ich dokumentierte die Suche der Polizei, die Stimmung im Heimatdorf, die Spurensicherung und am Ende den Prozess am Landgericht Stade.

levke strassheim
7. Mai 2004: Im Ort Flögeln in der Nähe von Bad Bederkesa finden Spaziergänger den Schulranzen der seit einem Tag verschwundenen Levke Straßheim aus Cuxhaven-Altenwalde. Die Polizei sucht mit Spürhunden das gesamte Waldstück ab. copyright firstclasspicture.com

 

Als die achtjährige Levke am 6. Mai 2004 auf der Straße vor dem Elternhaus allein auf ihren Papa wartet, fährt Marc Hoffmann schon seit geraumer Zeit ziellos durch die Gegend. Er hält nach kleinen Kindern Ausschau. Das Mädchen hatte seinen Haustürschlüssel an diesem Tag in der Schule vergessen und wartete deshalb vor dem Haus auf ihren Vater. Hoffmann lockte das Mädchen in sein Auto, missbrauchte es und tötete das wehrlose Kind mit einem Kabelbinder. Nur 30 Minuten trennten sie von der Ankunft ihres Papas und der Entführung durch den Kindermörder.

levke strassheim
10. Mai 2004 Altenwalde / Cuxhaven: Eine Kerze erinnert an die achtjährige Levke Straßheim. Mitschüler haben sie auf ihren Platz im Klassenzimmer gestellt. Seit vier Tagen fehlt von dem Mädchen jede Spur. Die Polizei ist mit Hundertschaften im Einsatz und durchkämmt die Umgebung. In der Kapelle des kleinen Ortes hat der Pfarrer zwei Fotos von Levke auf den Altar gestellt. copyright firstclasspicture.com

 

Die Leiche des Mädchens wird am 23. August 2004 rund 400 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt von Pilzsammlern in einem Waldstück bei Attendorn, Kreis Olpe gefunden.

levke strassheim
25. August 2004: Auf einer Pressekonferenz gibt die Polizei neue Ermittlungsergebnisse und das Auffinden der Leiche von Levke Straßheim bekannt. Am 6. September 2004 wird Levke in ihrem Heimatort beerdigt. copyright firstclasspicture.com

 

Unbeeindruckt von der Großfahndung der Polizei begeht Marc Hoffmann nur sechs Monate später am 30. Oktober 2004 die nächste Tat. Das Opfer wieder ein Kind… wieder rein zufällig gewählt. Es ist der achtjährige Felix aus Neu Ebersdorf. Auch an diesem Kind vergeht er sich und tötet den Jungen mit bloßen Händen.

 

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30. Oktober 2004 Neu – Ebersdorf: Die Polizei sucht fieberhaft nach dem achtjährigen Felix Wille. copyright firstclasspicture.com

 

 

felix wille
Die Wälder rund um den Ort des Verschwindens werden akribisch durchsucht. Gefunden wird nichts. copyright firstclasspicture.com

 

 

felix wille
31. Oktober 2004: Bei der Suche nach Felix Wille kommt auch der Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz. Rettungskräfte der Feuerwehr und die Polizei durchkämmen weitere Waldstücke. Flugblätter werden verteilt. copyright firstclasspicture.com

 

 

felix wille
2. November 2004: Die Polizei bildet dichte Menschenketten und durchwühlt den Waldboden. Zentimeter für Zentimeter wird jedes Blatt umgedreht. copyright firstclasspicture.com

 

 

felix wille
2. November 2004: Kriminaltechniker der Spurensicherung haben in einem Waldstück verdächtige Gegenstände gefunden. Ob sie im Zusammenhang mit dem vermissten Jungen Felix Wille stehen ist noch unklar. copyright firstclasspicture.com

 

Am 8. Dezember 2004 wird Marc Hoffmann in Bremerhaven von der Polizei festgenommen.Er gesteht den Mord an Levke Straßheim und gibt später auch den Mord an Felix Wille zu. Am 7. Januar 2005 erzählt Hoffmann den Ermittlern wo sie die Leiche von Felix finden. Verschnürt in Decken findet die Polizei den toten Jungen im Fluss Geeste.

 

 

felix wille fundort der leiche
7. Januar 2005: Nachdem Marc Hoffmann an diesem Tag gegenüber seinen Anwälten den Mord an Felix Wille gestanden hat, gibt er auch den Ort der Leiche bekannt. Die Polizei findet den toten Jungen verschnürt am Abend des 7. Januar im Fluss Geeste in der Nähe der Ortschaft Bramel. Das Fahrrad des Jungen hatte er in der Talsperre bei Attendorn entsorgt. copyright firstclasspicture.com

 

 

spurensicherung marc hoffmann
27. April 2005 Bremen Polizeipräsidium: Der blaue Honda Accord des Kindermörders Marc Hoffmann bei der Spurensicherung der Kriminalpolizei. Mit diesem Auto hatte er Levke Straßheim und Felix Wille entführt und später ermordet. copyright firstclasspicture.com

 

 

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27. April 2005 Bremen Polizeipräsidium: Spurensicherung am Fahrzeug des Kindermörders Marc Hoffmann. copyright firstclasspicture.com

 

 

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9. Mai 2005 Stade Landgericht: Prozessauftakt gegen Marc Hoffmann. Das Medieninteresse ist groß. Was einige Bürger für den Kindermörder fordern, zeigen sie auf Plakaten vor dem Landgericht. copyright fisrtclasspicture.com

 

 

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17. Mai 2005 Stade Landgericht: Fortsetzungstermin im Prozess gegen den Kindermörder Marc Hoffmann. copyright firstclasspicture.com

 

 

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27. September 2005 Leeste bei Bremen: Kriminalbeamte der Polizei Bremen schaffen eine Plastikpuppe in einem schwarzen Sack in das sogenannte Pastorenwäldchen, in dem am 7. Oktober 2001 die Leiche von Adelina gefunden wurde. copyright firstclasspicture.com

 

 

Am 27. September führt die Polizei Bremen eine geheime Aktion durch. Der Kindermörder Marc Hoffmann, der bereits Levke und Felix getötet hat, wird unter Polizeischutz zur Fundstelle der Leiche von Adelina Pismak geführt. Was die Polizei nicht weiß: die BILD Redaktion bekam einen Tipp. Ein Redakteur, eine weitere Fotografin und ich versteckten uns rund um das kleine Wäldchen und warteten. Da Marc Hoffmann unter höchstem Polizeischutz stand, durchsuchten Beamte die Umgebung vorher ab. Dabei entdeckten sie die Fotografin und den Redakteur der Zeitung. Mich hatten sie noch nicht gefunden. Ich konnte aus meinem Versteck noch Fotos machen wie sie den Fundort mit einer Plastikpuppe in einem schwarzen Plastiksack vorbereiteten. Dann schlug auch meine Stunde und die Polizei fischte mich aus einem Graben.


Wir alle wurden vorläufig unter Arrest gestellt und vom Staatsanwalt höchst persönlich befragt, woher wir von der Aktion wussten. Wir schwiegen wie ein Grab und auch das Formatieren der Speicherkarte nütze nichts. Die gelöschten Fotos konnte ich anschließend mit einem Recoveryprogramm wieder herstellen. Während wir unter Polizeibewachung am Waldrand festgehalten wurden, wird der Kindermörder Marc Hoffmann zum Fundort gebracht. Die Beamten erhofften sich durch die Konfrontation mit der Auffindesituation des Mädchens, dass er den Mord an Adelina ebenfalls gesteht.


Die zehnjährige Adelina Pismak verschwand am 28. Juni 2001 nach dem Besuch ihres Großvaters in Bremen Kattenturm. Am 7. Oktober 2001 wurde ihre Leiche in einem Plastiksack verschnürt im sogenannten Pastorenwäldchen in Leeste bei Bremen gefunden. Ob Marc Hoffmann auch für diese Tat verantwortlich ist, bleibt sein Geheimnis. Gestanden hat er lediglich die Morde an Levke Straßheim und Felix Wille. Am 29 Juli 2005 verurteilt ihn das Landgericht Stade zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.

 

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