Der Blick von oben: Flugdrohnen erobern den Himmel

dji_1„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ …das zumindest verspricht ein alter Schlager. Die Realität sieht heute etwas anders aus. Am Himmel ist es schon lange mit der Freiheit vorbei. Passagierflugzeuge drängeln sich auf den Luftkorridoren. Tragschrauber, Segelflugzeuge und andere Kleinflugzeuge beanspruchen ihren Teil der Luft. Und dann gibt es da noch die Modellflieger. Immer stärker wächst der Markt der Flugdrohnen bzw. Quad- oder Hexakopter. Auf der Fotomesse Photokina waren gleich mehrere Hersteller von Drohnen zugegen.
Zunächst besuchte ich den Stand von Marktführer DJI , um mir die neue Phantom 4 Drohne anzuschauen. Der Nachfolger der Phantom 3 Professional hat sich äußerlich nur geringfügig verändert. Er kommt ebenfalls mit vier Motoren und Propellerpaaren aus und liefert wie sein Vorgänger Fotos in 12.5 Megapixel, sowie Videos in 4K Qualität. Neu ist die Foto HDR Funktion und die Möglichkeit im RAW Format zu fotografieren. Die Funk-Reichweite von 5 km und maximaler Flughöhe von 6 km ist gleich geblieben. Lediglich die Akkuleistung wurde von 4480 mAh auf 5350 mAh erhöht. Die maximale Geschwindigkeit wurde auf 20 Meter pro Sekunde (entspricht rund 70 km/h) hochgeschraubt und die Flugzeit um fünf Minuten auf 28 Minuten erhöht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mit 1399 Euro sehr gut. 

hassel1Für jene Fotoprofis die schweres Equipment wie zum Beispiel eine DSLR oder Hasselblad mit der Drohne fliegen lassen wollen, können mit der M600 aufsteigen. Das Model trägt mit dem Ronin MX Gimbal locker eine Hasselblad A5D in die Höhe. Die maximale Zuladung beträgt fast 6 Kg. Für Drohnen, die nicht der Sport- oder Freizeitgestaltung dienen wird allerdings in Deutschland eine Aufstiegsgenehmigung  benötigt, welche sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden kann. Infos hierzu auch auf der Seite von www.drohnen.de . Aber kommen wir zurück zu den Consumer Drohnen. Grundsätzlich kann man sagen, dass es keine gravierenden Unterschiede der einzelnen Hersteller gibt. Nahezu alle Drohnen haben eine Flugzeit zwischen 25 und 28 Minuten und verfügen über 4K Video Kameras sowie 12 Megapixel Fotokameras.

gopro_karmaAuch der Actioncam-Hersteller GoPro hat jetzt eine Drohne auf den Markt gebracht und betritt hier Neuland. Die GoPro Karma wird in einem stabilen Rucksack geliefert und ähnelt ein wenig der DJI Mavic Pro Drohne. Beide sind vom Aufbau recht gleich, lassen sich einfach zusammen klappen und tragen die Kamera vorne und nicht unterhalb des Gehäuses. Hierbei ist die DJI allerdings kompakter, kleiner und leichter. GoPro verlässt sich bei der Kamera auf eine Hero 5 mit 4K Videoauflösung, aber auch jede andere GoPro lässt sich einfach anschließen. Die Mavic Pro von DJI hingegen hat eine fest eingebaute Kamera mit ebenfalls 4K Video und beide Hersteller bieten 12 Megapixel Kameras für Fotos. Die GoPro erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 15m pro Sekunde (rund 54 km/h), die DJI Mavic Pro ist mit ca. 64 km/h noch etwas schneller unterwegs und soll sogar Windgeschwindigkeiten von 40 km/h standhalten. Hier kann der Neuling nicht mithalten und bei einer Windgeschwindigkeit von 10m pro Sekunde (ca.36 km/h) ist Schluss. Was den Preis betrifft, ist die GoPro Karma ohne Kamera für 869 Euro erhältlich; die passende GoPro Kamera kostet dann je nach Model extra. Mit der Hero 5 von GoPro kostet die Drohne ebenfalls 1199 Euro genauso wie die Mavic Pro. DJI hat auf jeden Fall mehr Erfahrung was den Bau von Drohnen betrifft. Diesen Weg muss GoPro noch gehen.

Hersteller Yuneec hat wie Mitbewerber DJI gleich mehrere Modelle im Angebot (Breeze, Typhoon 4K, Typhoon H und den Tornado 920).

typhoon_h_cgo3Die Typhoon H besitzt einen 3-Achsen-Gimbal und macht wackelfreie UHD-Videoaufnahmen in 4K-Auflösung sowie 12-Megapixel-Fotos. Sie lässt sich außerdem um 360° rotieren und verfügt über eine hochwertige gläserne Weitwinkellinse mit einem Blickwinkel von 115° und lässt sich während des Flugs manuell konfigurieren.
Bestimmte Bereiche sind allerdings mit dem Hexakopter nicht zu überfliegen. So hat der Typhoon H eine integrierte Sicherheitsfunktion, die eine Höhe von mehr als 122 m über Grund und das Überfliegen von so genannten „No Fly Zones“ – dies sind überwiegend Flughäfen und Flugplätze – nicht zulässt.

typhoon_fbDie dazugehörige Fernbedienung wirkt schon recht wuchtig und hat einen integrierten 7″ Monitor, der die Flugbilder in Echtzeit wiedergibt. Natürlich verfügt die Drohne wie viele andere Geräte auch über die üblichen Flugmodi wie „Orbit me“, also das automatische Umkreisen des Bedieners, „Point of Interest“, „Journey“, „Follow me“ und „Curve Cable Cam“. Mit dem Befehl „Dynamic turn home“ fliegt die Drohne selbstständig zum Bediener zurück und landet in einem Abstand von ca. 8 Metern. Dies ist auch der Abstand den man beim Start der Drohne laut Hersteller einhalten sollte.

power_egg2Ein besonders futuristisches Objekt hat PowerVision mit seiner Design-Drohne PowerEgg geschaffen. Das fliegende Ei ist in jeder Hinsicht einmalig. Beim Start klappen die Flügel aus dem Ei heraus nach oben, die Standbeine nach unten. Das rund 2 Kg schwere PowerEgg verfügt ebenfalls über eine 4 K Videokamera und 360 Grad rundum Sicht. Ferner ist das Flug-Ei mit Sensoren ausgestattet, die es auch ermöglichen in geschlossenen Räumen zu fliegen. Im Professional Mode fliegt die Drohne eine maximale Geschwindigkeit von 13 m pro Sekunde (rund 46 km/h). Der Preis für das Design-Ei 1499 Euro. In meinen Augen eher ein nettes Gadget für Jedermann, aber für den Einsatz als Foto- und Videodrohne würde ich persönlich auf eine ausgereiftes Model von DJI zurückgreifen.

Ein Gedanke zu „Der Blick von oben: Flugdrohnen erobern den Himmel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.